The Shape of Water von Guillermo del Toro und Daniel Kraus – was außergewöhnlich entsteht, endet auch so!

Ich hatte das Buch sofort im Februar begonnen, als ich bereits vor Veröffentlichung von Droemer Knaur bekommen hatte. Und wieder zur Seite gelegt. Der Stil war interessant. Ungewöhnlich. In jedem Falle nicht das, was ich aufgrund des Film-Trailers erwartet hatte… „The Shape of Water von Guillermo del Toro und Daniel Kraus – was außergewöhnlich entsteht, endet auch so!“ weiterlesen

Ready Player One von Ernest Cline – Buch vs. Film

Ich wurde auf das Buch auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam. Ready Player One erschien bereits 2011 – hat jedoch anlässlich der Spielberg Verfilmung nun eine schöne Filmausgabe bei Fischer TOR bekommen.

OK – wem erzähle ich was Neues … Ich bin ein NERD! Ich bin genau die Zielgruppe und Altersklasse, die Ernest Cline anspricht. Ich bin ein Kind der 80er Jahre. Bevor ich das Buch gelesen habe, las ich einige Rezensionen dazu. Allesamt hatten einen gemeinsamen Kritikpunkt – die zahlreichen Anspielungen auf die Popkultur (Musik, Filme, Serien) und Computerspiele muss man halt verstehen um es genießen zu können und dazu sind die meisten schlichtweg zu jung … Hey, endlich mal ein Vorteil etwas älter zu sein – ICH BIN MAL VOLL DIE ZIELGRUPPE!

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Das Zeiträtsel von Madeleine L’Engle

Das Zeiträtsel habe ich schon auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und mich ganz doll gefreut, als ich bei einem Gewinnspiel vom Verlag gewonnen habe! Zusammen mit einem wunderschönen Notizbuch, einer coolen Leselampe und zwei Kinokarten für die Disney Verfilmung!

Das Zeiträtsel wurde bereits 1962 unter dem Titel Die Zeitfalte (was A Wrinkle of Time finde ich sogar noch besser übersetzt) veröffentlicht und begeistert bis heute Generationen von jungen und alten Lesern weltweit. Diese Ausgabe bei You & ivi wude anlässlich der aktuellen Disney Verfilmung neu aufgelegt.

Meg – ist ein junges Mädchen mit starkem Hang zum Dramatischen. Sie findet sich selbst mit ihrer Zahnspange, ihrer Brille und den widerspenstigen Haaren aüßerst hässlich. Und obwohl sie ein richtiges Mathe-Genie ist, kommt sie in der Schule nie richtig mit und ist ein Außenseiter. Dass ihr Vater vor zwei Jahren spurlos verschwand und ihre Mutter sich immer in ihrem Labor verschanzt macht die Sache auch nicht besser.

„Also wirklich Meg, ich verstehe das einfach nicht! Wie kann nur jemand, der so intelligente Eltern hat, eine so schlechte Schülerin sein?“

Charles Wallace – ist Megs Bruder. 5 Jahre alt und hochgradig hochbegabt, empathisch und hellsichtig … er entspricht also auch nicht gerade der Norm.

„Es beruhigt die Leute, mich für einen Idioten zu halten“, sagte Charles Wallace. „Soll ich ihnen diese Illusion rauben?“

Sandy und Dennys – die Zwillinge – auch Brüder von Meg und Charles Wallce. Sie schlagen völlig aus der Art. Denn sie sind normal.

„Verratet Sandy und Dennys bloß nicht, dass ich wieder einmal im Labor koche“ bat sie. „Sie haben immer Angst, dass dabei Chemikalien ins Fleisch kommen könnten. Aber ich wollte mein Experiment nicht unterbrechen.“

Frau Murry – Megs Mutter leidet sehr darunter, dass ihr Mann vor 2 Jahren während eines streng geheimen Regierungsprojektes einfach verschwand. Jeden Abend schreibt sie ihm einen Brief.

Und als wäre das Ganze nicht merkwürdig genug, treffen Meg und Charles Wallace auf ihrem Weg zu drei verrückten alten Frauen noch Calvin – ein Junge der sich auch völlig fehl am Platze in seinem Umfeld fühlt. Gemeinsam mit den sonderbaren Damen Frau Wasdenn, die an eine zauberhafte Nanny erinnert, Frau Diedas – die sich mit Zitaten der Weltliteratur mitteilt und der wahrhaft nebulösen Frau Dergestalt machen sich die Kinder auf, um Megs Vater und die ganze Welt zu retten…

Die Handlung ist sehr phantastisch. Manchmal wird es selbst mir zu skurill und erinnert mich an Alice im Wunderland. Die auf 200 Seiten komprimierte Wissenschafts-SciFi-Fantasy ist rasant und spannend, wenn auch an machen Stellen sehr abgedreht. Die Botschaft dahinter ist dann wieder so oldschool, dass sie mich mit der abgehobenen Phantastik wieder versöhnt.

Ein Problem sehe ich in der Dissonanz im Alter der jungen Protagonisten im Vergleich zur Zielgruppe. Ich würde das Buch eigentlich Lesern ab 14 empfehlen. Nicht weil es grausam ist, sondern weil die Thematik nicht leicht zu erfassen ist. Wären Meg und Calvin älter, würde es vielleicht eher passen. aber das haben auch schon andere Klassiker wie Die Chroniken von Narnia überlebt …

Ich habe ja auch Kinokarten gewonnen. Ab dem 5. April läuft Das Zeiträtsel in den deutschen Kinos. Ich bin gespannt, wie Disney diese Romanvorlage filmisch umsetzt. Mit so hochkarätigen Schauspielern wie Oprah Winfrey, Reese Witherspoon und Chris Pine (der junge James T. Kirk … ich sag ja, die schleichen sich grad in jeden Artikel ein, ich kann nichts dafür!) hat Disney die Erwartungshaltung jedenfalls schon mal recht hoch angesetzt.

Eine tolle Filmkritik findet ihr bei Jil’s Blog.

Ich vergebe für den Roman Das Zeiträtsel gute 4 von 5 Lieblingslesesessel, da mir die Handlung stellenweise zu sehr ins Phantastische abgedriftet ist. Aber ich war auch nie Fan von Alice im Wunderland

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  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: you&ivi bei Piper
  • Erscheinungsdatum: 1. März 2018
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Wolf Harranth
  • Preis: 10 €
  • ISBN: 978-3492704915
  • auch als Taschenbuch, Ebook und Hörbuch erhältlich
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
  • Klappentext: Der Roman zum Disney-Blockbuster 2018! Die Nacht, als alles begann, war dunkel und stürmisch … Die dreizehnjährige Meg ist zwar ein Mathegenie, aber sie hält nicht viel davon, in der Schule auf die Lehrer zu hören. Also hat sie nichts als Ärger. Auch mit ihrem kleinen Bruder Charles, der über merkwürdige Begabungen verfügt und manchmal ihre Gedanken lesen kann. Als die beiden dann noch mitten in der Nacht Besuch von einer merkwürdigen alten Dame bekommen, wird ihr Leben gehörig auf den Kopf gestellt: Denn Meg und Charles erfahren, dass ihr Vater, ein berühmter Wissenschaftler, der seit Jahren verschwunden ist, auf dem weit entfernten Planeten Camazotz gefangen gehalten wird. Dort herrscht ES, das Böse schlechthin, das die Menschen zu willenlosem Gehorsam zwingt. Niemand kann sich seiner Macht entziehen. Doch es gibt einen Weg, ES zu besiegen und ihren Vater zu befreien. Und Meg und Charlie sind die Einzigen, die diese Aufgabe übernehmen können. Das Abenteuer durch Raum und Zeit kann beginnen …

 

Weitere Meinungen dazu von meinen wunderbaren BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

Du hast das Buch auch gelesen und rezensiert? Dann hinterlasse mir doch gerne den Link in den Kommentaren, dann füge ich Dich hier noch mit ein!

 

Peter Hase – die Verfilmung nach dem zauberhaften Buch von Beatrix Potter

Kennt ihr Peter Hase von Beatrix Potter?

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Ich kenne das zauberhafte Kinderbuch noch aus meiner Kindheit – wie wahrscheinlich viele von Euch, und eure Eltern und Großeltern … die begnadete Illustratorin und Kinderbuchautorin Beatrix Potter hat die Geschichten um Peter Hase und seinen Freunden nämlich bereits 1900 das erste mal veröffentlicht…

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War was? Das geheime Krieg-der-Sterne-Tagebuch von Paul Erickson

Heute kommt endlich der neue Star Wars Film – Die letzten Jedi in die deutschen Kinos! Ich freue mich schon wie ein kleines Kind auf den Film heute Nachmittag! Und passend dazu wollte ich Euch eigentlich ein witziges Buch im Zusammenhang mit dem Star Wars Universum präsentieren. … Eigentlich … aber lest selbst:

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Jan Weilers Pubertier

„Und ewig schläft das Pubertier“ ist bereits der dritte Band bei Piper von Jan Weiler, der sich mit dem komplizierten Zusammenleben mit einem oder mehreren pubertierenden Jugendlichen befasst. Gerade erst ist der Film zum ersten Band in die Kinos gekommen. Zur Feier unserer kinderfreien Woche haben mein Mann und ich uns mal angeschaut, wie es anderen betroffenen Eltern so ergeht. Und wurden nicht enttäuscht …

„In der Erziehung gibt es kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur Falsch!“

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Doch auch wenn Jan Josef Liefers und Heike Makatsch grandios die mit der Situation überforderten Eltern gespielt haben muss ich sagen dass die Bücher um Welten besser sind.

Jan Weiler schreibt mit soviel Intelligenz und Wortwitz, dass ich versucht war mindestens einmal pro Seite ein Zitat für mein Leben herauszuschreiben. Obwohl ich kein Vater bin kann ich so viel nachvollziehen und lag teilweise wirklich tränenüberströmt und lachend alleine auf dem Sofa und hab mich nicht mehr eingekriegt.

„Der Vater als Instanz, als erfahrener Lehrer in den Dingen des Lebens, als eine Art Meister Joda im familiären Sternenkrieg. So sehe ich mich gerne. Leider betrachten mich meine Kinder ganz anders, nämlich als möchtegernautoritäre Nervensäge mit zweifelhaftem Musikgeschmack“

Ein Erziehungsratgeber ist es nicht, falls Ihr das erwartet… Ich hatte die Tage ein Interview mit dem Autor gesehen. Da berichtet er, dass er bei seinen Recherchen eine wissenschaftliche Abhandlung darüber gelesen hat, dass Erziehung mit 12 Jahren abgeschlossen ist! Alles was man seinem Kind bis dahin nicht Nahe gebracht hat wird auch nicht mehr funktionieren .. danach ist es quasi nur noch betreutes Wohnen!

Definitiv ein köstliches, intelligentes Buch für Erwachsene – ein fantastisches Buch für Eltern – das Buch einem Pubertier in die Hand zu geben halte ich jedoch für grob fahrlässig – es sei denn es soll ausziehen …

Ich wünsche Euch viel Spaß!

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  • € 14,00 [D], € 14,40 [A]
  • Erschienen am 03.07.2017
  • 176 Seiten, Hardcover
  • ISBN: 978-3-492-05772-1
  • auch als ebook erhältlich

Ihr könnt ihr das Buch direkt beim Verlag bestellen, oder z.B. bei amazon.

Ein herzliches Dankeschön an den PIPER Verlag und netgalley für das zur Verfügung stellen dieses einmaligen Buches.

 

AnnE with an „E“

Seit kurzem kann man bei Netflix die CBC Serie Anne with an „E“ sehen, die auf dem Roman Anne of Green Gables von Lucy Maud Montgomery aus dem Jahr 1908 basiert.  

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Ich habe als Kind die Bücher um die rothaarige Waise Anne Shirley verschlungen. Heute würde man sagen Anne ist einen Dramaqueen – damals war sie einfach nur perfekt für mich! So wunderbar intelligent und phantasievoll – und obwohl oft zu Tode betrübt, im nächsten Moment wieder herrlich optimistisch.

Ich habe mich also wie ein Kind gefreut, als ich von der Neuverfilmung meiner Lieblingsbücher erfuhr. Und ich wurde nicht enttäuscht!

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Anne Shirley ist eine Waise, die versehentlich zu dem älteren Geschwisterpaar Matthew und Marilla Cuthbert geschickt wird, um dort zu leben. Die beiden hatten eigentlich einen Jungen aus dem Waisenhaus angefordert um Hilfe auf dem Hof zu bekommen. Anne soll sofort wieder zurück – aber irgendwie schafft sie es sich in das Herz der Cuthberts zu plappern und bleibt auf Green Gables.

Amybeth McNulty spielt die Anne einfach göttlich! Es gab ja früher schon eine Serie um Anne of Green Gables – da mochte ich die Hauptdarstellerin nicht so gern, sie war mir zu hübsch und zu arrogant. Amybeth hingegen ist genau das drahtige rothaarige Waisenkind aus meiner Vorstellung! Sie hadert selbst mit ihren roten Haaren und ihrer Figur- aber wehe Jemand anders kritisiert sie – dann wird sie zur Furie. Sie stellt sich gerne vor, sie wäre eine Prinzessin aus einen fernen Land – aber gleichzeitig ist sie ungewöhnlich besonnen wenn es die Situation erfordert. Sie liebt mit ganzem Herzen – genau so wie sie hasst …

„Führe ein Leben ohne Bedauern!“ Josephine Berrry

Nach der ersten Folge wird die Geschichte nicht mehr getreu den Büchern erzählt. Das missfällt verständlicherweise einigen Fans. Ich muss sagen, dass mich das nicht stört, denn die Neuinterpretation des Stoffes ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen. Ein tolles Plädoyer an die Gleichberechtigung der Frau und an die Phantasie!

In Flashbacks, die Annes Zeit vor Green Gables zeigen wird auf teilweise sehr brutale Weise thematisiert wie Waisen und Frauen in dieser Zeit behandelt wurden. Doch gerade wegen dieser düsteren Szenen strahlt Annes Optimismus und Lebenswille um so heller. Den Cliffhanger am Ende der letzten Folge nehme ich den Autoren allerdings krumm.

„Ich schätze jede neue Idee war mal modern, bis sie es nicht mehr war.“ Matthew Cuthbert

Hervorzuheben ist auch der Gebrauch der Sprache. Anne ist gebildet, zeigt, dass Lesen etwas Wunderbares ist! Ein einfaches „Vater unser“ wird zur schönsten Poesie aus Annes Mund. Ich würde mir wünschen, dass der Wert der schönen Sprache auch in unserer Zeit wieder mehr geschätzt würde.

„Wer Großes zu sagen hat, braucht auch große Worte.“ Anne Shirley Cuthbert

Auch bin ich froh, dass diese Serie mich mal wieder aufmerksam darauf gemacht hat, wie wenig Raum für Phantasie unsere Kinder heute noch haben. Immer mehr Termine, Hobbies, Hausaufgaben und Erwartungen der Erwachsenen ersticken das Kind sein. Das Leben ist durchgetaktet, Platz für Langeweile aus der wunderbare Ideen erst entstehen können fehlt völlig.

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Wir alle sollten viel mehr Anne sein – melodramatisch, intelligent, phantasievoll und das Leben in jeder seiner Facetten genießend!

„Ich werde die Heldin meiner eigenen Geschichte!“ Anne Shirley Cuthbert