Die goldene Stadt von Sabrina Janesch

Als ich aus Paris zurück kam fand ich ein liebevoll zusammengestelltes Paket von Lovelybooks und dem Rowohlt Verlag vor.

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Ich habe mich gefreut wie ein Kind an Weihnachten! Ich liebe die Geschichte der Inkas und die Legenden um Machu Picchu …und ich liebe Indiana Jones! Ich dachte ich bekomme hier einen toll recherchierten Abenteuerroman und einen Helden wie meinen Indie… ob dem so war?

Zu Beginn des Buches erzählt die Autorin des Buches zunächst, wie sie darauf gekommen ist die Geschichte des Rudolf August Berns – der sich später Augusto R. Berns nannte – zu erzählen. Sie nahm dazu lange Jahre akribischer Recherche und sogar eine Reise nach Peru entlang Berns Spuren auf sich.

Dafür hat sie zu Recht 2017 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis verliehen bekommen.

Aus der Jury-Begründung: «Sabrina Janesch verfügt über ein originäres und vitales Erzähltalent. Sie hat dieses Talent in unterschiedlichen Genres und Themenbereichen unter Beweis gestellt. Dabei orientiert sie sich nicht an literarischen Trends, sondern geht ihren eigenen Weg … Sabrina Janesch ist eine engagierte und weltoffene Autorin, deren magischer Realismus Tradition und Moderne miteinander verbindet.»

Am Anfang der Geschichte lernen wir den Tagträumer Rudolph kennen. Der Schreibstil, der einerseits hochintelligent ist und anderseits sehr distanziert wirkt, macht es mir schwer, den Einstieg zu finden. Die Tagträume des Jungen erschweren es mir zudem der Geschichte flüssig zu folgen, da ich schlecht zwischen Realität und Fiktion differenzieren kann.

Erst auf den letzten Seiten des zweiten Kapitels wurde ich so richtig warm mit der Geschichte – das Zusammentreffen mit Alexander von Humboldt hat mich absolut gefesselt.

Rudolf muss viele Schicksalsschläge und Herausforderungen meistern – doch nie lässt er sein großes Ziel aus den Augen irgendwann die legendäre goldene Stadt zu entdecken! Durch den distanzierten Schhreibstil fällt es mir zwar weiterhin schwer Nähe zu Rudolph aufzubauen – dennoch finde ich ihn fazinierend und manche Sätze des Buches möchte ich mir am Liebsten an die Wand schreiben…

„Wieder einmal kam Rudolph die Welt vor wie ein unordentlicher, gedankenloser Entwurf.“

Ich schwanke immer hin und her mit meiner Meinung – ist es ein Abenteuerroman (die ich liebe) oder ein Historienroman (die ich nicht so mag) … eine Mischung ist es irgendwie nie. Mal bin ich gefesselt und mal schweifen meine Gedanken ab. Aber richtig nahe wird mir Rudolph auch als Augusto nicht 😉 Aus der Hand legen mag ich das Buch trotzdem nicht, dazu bin ich doch zu gespannt wie es weiter geht…

Das Leben von Berns ist ohne Zweifel faszinierend. Und es hat sich in jedem Falle gelohnt bis zum Ende durchzuhalten. OK – Ich hatte deutlich mehr „Indiana Jones und das Königreich des Kristalschädels “ erwartet und weniger Welt der Wunder Dokuchannel … aber die Fakten und Schauplätze für dieses Buch sind so fantastisch und akribisch recherchiert – Mann, am liebsten würde ich Sandra Janesch sagen „Once more with feeling!“

Als ich Indiana Jones beim Lesen aus meinem Kopf verbannt hatte, konnte ich mich besser auf die Geschichte und den Erzählstil einlassen. Es ist ungewöhnlich geschrieben. Zu abenteuerlich für ein Sachuch und zu sachlich für ein Abenteuerbuch. Außergewöhnlich eben – aber immer intelligent und sprachlich herausragend mit einer Spur englischem Humor.

Ich mochte „Die goldene Stadt“ sehr gern als ich mich eingefunden hatte. Daher vergebe ich 4 von 5 LieblingsLesesessel für Die goldene Stadt.

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  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 1
  • Erscheinungstermin: 18. August 2017
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3871348389
  • Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 4 x 21 cm
  • Auch als Ebook oder Hörbuch erhältlich

Mehr Infos zu diesem Werk erhaltet ihr bei Rowohlt.

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr bei Literaturreich.