Fremdsein

„Wann haben sie sich zuletzt fremd gefühlt?“ – das ist der Titel eines Flyers den ich auf der Leipziger Buchmesse bekommen habe. Neugierig lauschte ich einem Vortrag von Bianca Fritz, der sympathischen Herausgeberin der Anthologie „Fremdsein“. Die Geschichte hinter dem Buch faszinierte mich sofort, ich wollte am liebsten direkt darüber schreiben, noch ohne das Buch überhaupt gelesen zu haben. Die Geschichten von namhaften Autoren wie Franz Hohler und Felicitas Pommerening wurden von Bianca Fritz, Redakteurin des Elternmagazins Fritz+Fränzi zusammengetragen. Sie selbst hat auch eine Geschichte beigesteuert. Ich hoffe, wir werden in Zukunft noch viel mehr von Bianca Fritz zu lesen bekommen. Autoren, Covergestalterin, Lektoren haben Ihre Arbeit unentgeltlich beigesteuert und die Einnahmen kommen zu 100% internationalen Hilfsprojekten für Flüchtlingskinder zu Gute.

Natürlich denkt man bei „fremd sein“ zuallererst an die überall präsenten Flüchtlinge. Doch es geht tiefer. Wer kennt das Gefühl des fremd sein nicht? Im Job, in einer Gemeinschaft, ausgegrenzt durch eine Krankheit?

„Wann haben Sie sich zuletzt fremd gefühlt?“

Ich habe dieses Büchlein an meinem Herzensort gelesen. Daheim in meinem Garten, die Sonne schien – in einer perfekt geborgenen glücklichen Situation in der ich mich absolut nicht fremd fühlte, sondern angekommen. Und ich war ehrlich bewegt.

15 wunderbare Geschichten sind hier vereint. Ganz unterschiedlich in Länge und Thematik – und doch fügen sie sich zu einem perfekten Ganzen. Ich denke ich werde das Buch noch öfter zur Hand nehmen – egal ob in glücklichen oder nachdenklichen Stunden.

Am meisten beeindruckt hat mich die wahrscheinlich kürzeste Geschichte dieser Sammlung. Pascal Reber erzählt von einem Jungen der von allen Seiten zu hören bekommt „Du sprichst zu schnell.“ . Bis dieser wutentbrannt davon läuft und schreit „Vielleicht hört ihr einfach zu langsam!“

Wer definiert eigentlich was fremd und was vertraut ist? Doch immer nur der Betrachter … sind wir denn nicht Fremde im Auge der uns Fremden?

Wir machen sehr gerne Urlaub im Circartive Pimparello (www.circartive.de) – einem wunderbaren Ort an dem keiner fremd ist und jeder von den Besonderheiten des Anderen profitiert. Dort wohnen seit einem Jahr auch mehre unbegleitete Jugendliche Flüchtlinge. Sven Alb, der Geschäftsführer des Juki e.V. mag aber den Ausdruck „Flüchtlinge“ nicht, er sagt lieber „Angekommene“ …

…helft mit, dass wir bald alle Angekommene sind!

Wer neugierig geworden ist, bekommt das Buch hier:

https://www.amazon.de/Fremdsein-Franz-Hohler/dp/3741857017/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1490951382&sr=8-1&keywords=fremdsein+hohler

Mehr Informationen über die Aktion gibt es hier: https://fremdsein.net/

 

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