Phönix von Michael Peinkofer

Ich muss zugeben, das Buch wäre mir glatt durchgegangen bei der Flut der Neuerscheinungen im Oktober – und das, obwohl ich sowohl den ivi Verlag aus dem Hause Piper als auch Michael Peinkofer sehr mag…  zum Glück habe ich den Titel durch Zufall bei Netgalley entdeckt und sofort angefordert.

Die erste Hälfte des Buches spielt im Dorf Moonvale und beginnt zunächst wie ein spannender Fantasy Roman. Die Menschen in Moonvale leben einfach – fast noch spartanischer als im Mittelalter. Denn es gibt nur 3 Regeln in Moonvale, aber diese müssen unter Todesstrafe eingehalten werden:

 

Das Gesetz des Phönix

 

1. Der Phönix beobachtet dich. Er weiß alles.

2. Maschinen bringen Tod und Leid. Niemals darfst du sie bauen.

3. Dunkelheit ist dein Feind. Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen.

 

Callista ist 15 und lebt auch in Moonvale – zusammen mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Jona. Wie zuvor schon ihre Mutter soll sie Stickerin werden und einen angesehen Jungesellen heiraten. Doch Callista hat dazu keine Lust – sie will viel lieber Jägerin werden und findet den jungen Jäger Lukan auch sehr viel interessanter als den doofen Sohn des Ortsvorstehers. Callista hat auch sonst unorthodoxe Gedanken – Ist der Wald wirklich das Ende der Welt? Ist der Schnitter, der nachts außerhalb der Mauern sein Unwesen treibt wirklich unbesiegbar? Kann es wirklich so schlimm sein, wenn man sich das Leben mit technischen Hilfsmitteln erleichtern will?

Als eines nachts ihr kleiner Bruder Jona im Wald verschwindet beginnt für Callista eine abenteuerliche und lebensbedrohliche Reise auf der sie der eigentlichen Wahrheit immer näher kommt.

Peinkofer lässt den Leser kaum zur Ruhe kommen. Sein Stil ist fesselnd, das Setting sehr lebhaft beschrieben und das Tempo rasant.

Was als Fantasy anfängt wird zu einer Dystopie par Exellence. Bei „Phönix handelt es sich um den Auftakt zu einer Reihe? Einer Dilogie? Leider findet man Nirgendwo einen Hinweis darauf. Das finde ich immer sehr schade. Denn es gibt sicher noch mehr Leser wie ich, die gerne warten bis ein zweiter Teil draußen ist bis sie mit dem ersten beginnen. Das ist natürlich nicht so günstig für den Verlag, das sehe ich ja ein. Hier hat es mich zwar kurz geärgert, aber das Ende war einigermaßen akzeptabel abgeschlossen, so dass ich nun mit Spannung auf den nächsten Teil warte. Vor allem weil nach dem Ende wie bei einem guten Marvel Film noch eine Szene kommt, die es in sich hat!

Ich vergebe trotz des bösen Cliffhangers volle 5 von 5 LieblingsLesesessel für „Phönix“.

 

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  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: ivi
  • Erscheinungstermin: 2. Oktober 2017
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 15,00 €
  • ISBN: 978-3492703772
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Auch als Ebook erhältlich

Mehr über das Buch, den Autor sowie eine Leseprobe findet ihr hier.

Herzlichen Dank an Netgalley und ivi für das Bereitstellen des Rezensions-Ebooks im Tausch gegen meine ehrliche und subjektive Meinung.

Farya – Das Herz der Phönixtochter von Nina Blazon

ACHTUNG! Dieser Artikel könnte Begeisterungsstürme enthalten und ansteckend sein!

Nina Blazon habe ich vor zwei Jahren auf der Seraph Lesung in Leipzig gesehen. Da hat sie keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, daher habe ich ihre Werke nicht weiter verfolgt. Ein böser Fehler wie ich nun feststellen musste…

Mir ist noch vor dem Inhalt das wunderschöne Cover von „Fayra – Das Herz der Phönixtochter“ aufgefallen. Der erste Pluspunkt ist bei mir ja immer schon vergeben, wenn keine Gesichter darauf abgebildet sind. Ich zeichne mir meine Protagonisten gerne selbst in meinem Kopf – ein Grund warum ich Verfilmungen oft so schrecklich finde. Hier steht der Titel im Vordergrund – eingerahmt von roten Phönixfedern auf grünem Hintergrund, der die Naturverbundenheit der Elementarwesen perfekt ins Spiel bringt. Einige der Federn sowie der Titel sind erhaben mit Bronzelack versehen und schimmern so wunderschön je nachdem wie das Licht auf das Buch fällt. Ihr merkt – ich liebe es!

Gleich zu Beginn ist eine Karte des Anwesens abgebildet, in dem der Großteil der Handlung spielt. Das hat mir Orientierungslegastheniker schon manches mal geholfen mich zurecht zu finden. Innen gibt es keine Illustrationen, aber jedes Kapitel ist am Anfang und Ende von einer kleinen Zeichnung eingerahmt, die Eindrücke aus dem Herrenhaus darstellen.

Aber nun zur Handlung und den Personen …

Anna- Fee ist fast 13 und gerade mit ihrer Familie in das Haus eingezogen, in dem ihre Mutter als Kind gewohnt hat. Ein großes, altes und ein wenig furchteinflössendes Haus. Fee ist sowieso schon ängstlich, denn als Kleinkind hat sie sich bei einem Ausflug schwer verbrannt und ist anschließend einen Abgrund hinab gestürzt. Es gleicht einem Wunder, dass sie den Sturz überlebt hat. Seit dem ist der Spitzname „Angsthase“ ihr ständiger Begleiter.

Zum Glück hat sie ihre beste Freundin Nelly, die sie so akzeptiert wie sie ist – und mit ihrem Wagemut und ihrer Spontaneität Fees Ängstlichkeit perfekt ausgleicht. Und sie ist loyal – denn als Fee in einer stürmischen Nacht sieht wie die Marmorfigur, die eigentlich den Balkon zieren sollte sieht, das Dach hoch klettert und Fee attakiert erklärt Nelly keinesfalls für verrückt. Im Gegenteil. Die beiden machen sich auf die Suche, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen …

… und finden im alten verbotenen Park ein rußverschmiertes, verwirrtes Mädchen, dass die beiden um Hilfe bittet, da sie auf der Flucht vor ihren Mördern ist. Das Mädchen heißt Fayra – und ist ganz schön zickig und merkwürdig. Fee und Nelly helfen ihr trotzdem und nach Fayras erster Dusche ist beiden klar, dass diese nicht von dieser Welt stammt, Fayra leuchtet und glitzert und hat wunderbar schimmerndes buntes Haar – sie ist eine Phönia. Doch Fayra kann in unserer Welt nicht lange bleiben ohne zu sterben.

Gemeinsam mit anderen Helfern setzen die Mädchen alles daran, Fayra möglichst schnell in ihre Welt zurück zu schicken ohne dabei den bösen Jägern in die Hände zu fallen.

Einer der Helfer ist der Flüchtlingsjunge Junis. Eine tolle Figur die uns mit ihrer selbstverständlichen Hilfsbereitschaft lehrt, was wirklich zählt.

Das Setting mutet zunächst wie ein modernes Narnia an, geht dann aber in eine völlig andere Richtung. Genial wie Nina Blazon die moderne Welt perfekt mit der magischen verbindet.

Der Plot ist unheimlich vielschichtig und genial durchdacht. Viele Handlungsstränge greifen perfekt ineinander und machen das Buch zu einem wahren Pageturner.

Das Buch ist magisch, kriminalistisch, abenteuerreich, aber auch sehr humorvoll geschrieben. Ein Beispiel, als es um die Macht der Namen geht und Fayra sich darüber aufregt, wie Fees Mutter ihr nur diesen Namen geben konnte, da es doch gar keine Feen gibt und sie so nie die Bestimmung ihres Namens erfüllen könne:

„Niemand erwartet, dass Fee irgendwann den Zauberstab zückt und einen Kürbis in eine Kutsche verwandelt. Bei uns nennen manche Leute ihre Kinder sogar Paris oder Apple, und kein Mensch rechnet damit, dass ihnen irgendwann der Eiffeltum aus dem Kopf wächst oder Apfelblüten aus den Ohren.“ (Nelly)

Die perfekte Ausgewogenheit in Tempo in Dramatik mündet in einem furiosem Finale – ich war gar nicht mehr ansprechbar so hatte mich die Geschichte gepackt! Ganz großes Kompliment!!!

Das Buch bekommt natürlich von mir 5 von 5 LieblingsLesesessel:

„Fayra – das Herz der Königstochter“ ist eine fantastische Geschichte über Mut in all seinen Facetten und darüber was wirklich zählt – nicht woher wir kommen ist wichtig, sondern unsere Freundschaft zueinander!

FAYRA - Das Herz der Phoenixtochter von Nina Blazon

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: cbt
  • Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2017
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 16,99 €
  • ISBN: 978-3570164938
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Auch als Ebook erhältlich

Der Verlag empfiehlt „Fayra“ ab 10 Jahren schon. Das mag funktionieren bei lesebegeisterten Kindern. Ich hätte die Empfehlung etwas höher bei mindestens 12 angesetzt – aber auch direkt darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Handlung und dem Stil absolut als Erwachsenenbuch durchgeht. Die Protagonisten sind zwar Teenager, aber ich bin mir sicher, jeder Fantasybegeisterte Erwachsene wird dieses Buch lieben – vor allem der wie ich aus der Generation der Rollenspieler kommt … die spielen nämlich auch ein große Rolle hier!

Nina Blazon wohnt in Stuttgart und ich habe gesehen, das daher oft Lesungen in meiner Nähe mit ihr statt finden. Ich hoffe ich schaffe zu einem der nächsten Termine. Mehr über das Buch erfahrt ihr auf ihrer Homepage oder auf der Random House Seite.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht den cbt Verlag und das Random House Bloggerportal für das Erfüllen dieses Buchwunsches im Tausch gegen meine subjektive, ehrliche Meinung.

Was würdet ihr tun, wenn plötzlich ein Wesen aus einer anderen Welt vor Euch stehen würde und Eure Hilfe bräuchte?

Das Auge von Licentia von Deana Zinßmeister

Deana Zinßmeister hat schon 11 historische Romane geschrieben. „Das Auge von Licentia“ ist ihr erstes Jugendbuch. Ist das Cover nicht fantastisch? Es ist mir sofort ins Auge gesprungen – im wahrsten Sinne des Wortes… richtig richtig toll!

„Das Auge von Licentia von Deana Zinßmeister“ weiterlesen

Bitterfrost von Jennifer Estep

„Bitterfrost“ wurde in den sozialen Medien so sehr gehypted, dass ich schließlich auch beschlossen habe, das Buch zu lesen. Es handelt sich hier um ein Spinn-off der erfolgreichen,  vor kurzen beendeten 6-teiligen Reihe um die Mythos Academy. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diese nicht gelesen habe. Vielleicht ein Fehler …

„Bitterfrost von Jennifer Estep“ weiterlesen

Götterfunke – Hasse mich nicht von Marah Woolf

Nachdem ich den ersten Band „Götterfunke – Liebe mich nicht“ gelesen hatte, musste ich sofort die Folgebände bei amazon vorbestellen! Kurz vor meinem Geburtstag Ende September war es dann endlich so weit: Die Geschichte um Jess und Cayden ging endlich in die zweite Runde! Leider bin ich durch die ganze Geburtstagsfeierei nicht sofort dazu gekommen weiter zu lesen, aber die Lesung mit Marah Woolf in Frankfurt hat mich wieder an diese tolle Geschichte erinnert und ich habe das Buch in der Sonne dieses tollen Spätsommers endlich zu Ende gelesen.

„Götterfunke – Hasse mich nicht von Marah Woolf“ weiterlesen

Der Wunderling von Mira Bartók

Heute erscheint im Aladin Verlag „Der Wunderling“ von Mira Bartók – die magische Geschichte des einohrigen Erdlings Nr. 13. Nr.13 ist halb Fuchs, halb Mensch – ein sogenannter Erdling – und lebt in einem Waisenhaus, dem Heim für widerspenstige und missratene Geschöpfe, das in einem futuristisch-viktorianischen Land angesiedelt ist. Außer einem kleinen Schlüssel und einem Stück der Babydecke in der er gefunden wurde besitzt er nichts – nicht mal einen Namen. Das Waisenhaus in dem er lebt ist täglich aufs Neue eine Herausforderung für Leib und Seele. Er wird gehänselt, weil er nur ein Ohr hat. Doch mit diesem einen Ohr hört er viel besser als alle seine Widersacher zusammen. Vor allem hört er immer wieder eine Melodie – ein Relikt seiner Zeit vor dem Waisenhaus … „Der Wunderling von Mira Bartók“ weiterlesen

Moon Chosen von P. C. Cast

Die Nr. 1- Bestseller-Autorin der »House of Night«-Serie P.C. Cast, hat mit »Moon Chosen« eine großartige Welt von archaischer Kraft geschaffen. Eine neue Welt, in der die Menschen, ihre tierischen Gefährten und die Erde selbst sich drastisch verändert haben – eine Welt voller Schönheit, Liebe, verbotener Geheimnisse und dunkler Mächte. 

Ich bin mir nicht sicher in welche Schublade ich dieses Buch packen soll… Ist es eine Dystopie mit magischen Elementen? Oder ein Fantasy Spektakel mit dystopischen Einflüssen? Ich weiß es nicht … aber auf jeden Fall bin ich mir sicher dass ihr das Buch genau so mögen werdet wie ich! „Moon Chosen von P. C. Cast“ weiterlesen