Animox – das Heulen der Wölfe von Aimée Carter

Ich gebe zu, dass ich das Buch eigentlich nur für meine Tochter Emma gekauft habe. Aber wo es nun schon mal auf meinem Reader war konnte ich dann doch nicht widerstehen ….

Simon wächst bei seinem Onkel in New York auf, ihm geht es gut, aber glücklich ist er nicht. Die einzigen Lichtpunkte sind die Postkarten, die ihm seine Mutter aus der ganzen Welt schickt. Er ist ein Außenseiter und hütet ein Geheimnis: Er kann mit Tieren sprechen! Sein einzig wahrer Freund ist eine Maus die fernsehsüchtig ist …

An seinem 12. Geburtstag überschlagen sich jedoch die Ereignisse. Als seine Mutter ihn zu seinem Geburtstag endlich einmal wieder besucht werden sie von einer Horde wild gewordener Ratten überfallen und seine Mutter entführt. Während der temporeichen und gefährlichen Suche nach seiner Mutter erfährt Simon dass seine Familie zu den sogenannten Animox zählt – Menschen, die sich in Tiere verwandeln können. Und schon steckt er mitten im erbitterten Krieg der fünf Königreiche der Animox und lernt an seinem neuen Wohnort – der Schule der Animox neue, aber nicht unbedingt besonders nette Familienmitglieder kennen.

Die Story ist auf den ersten Blick der von Harry Potter nicht unähnlich. Ein Junge wächst ohne Eltern auf, ist ein Außenseiter und hat eine magische Gabe. An seinem Geburtstag findet er seine wahre Identität heraus und kommt auf eine verborgene Schule mit lauter magisch begabten Kinder. Dort findet er neue Freunde aber auch üble Feinde. Eine Prophezeiung gibt Hinweise darauf wie es weiter geht und der Junge ist unsicher ob er der Bestimmte ist oder jemand anderer. Ich muss gestehen dass auch mir das eine Spur zu viel Parallelen sind. Schade, denn die Welt der Animox hätte so viel mehr Potential. Nichts desto trotz habe ich das Buch gern gelesen und lese auch aktuell Band 2 Animox – das Auge der Schlange.

Alles in allem war Animox – das Heulen der Wölfe sehr spannend aber ich habe es mehr als Vorgeschichte zur eigentlichen Handlung empfunden. Die Protagonisten wurden vorgestellt und auch die Prophezeiung rund um den Bestienkönig. Ich bin gespannt ob die Autorin die Erwartungen Ihrer Leser in Band 2 erfüllen kann und eine eigenständige furiose Geschichte bietet, die nicht mehr so sehr an Hogwarts erinnert.

Ich empfehle das Buch für Kinder und Jugendliche ab 10 – auch besonders Jungs werden Ihren Spaß mit Simon und seinen Abenteuern haben!

Mehr zur Reihe hier: http://animox-buch.de/

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Saint Lupin’s Academy von Wade Albert White

Anne ist fast 13 und wartet sehnsüchtig darauf das St. Lupin’s Waisenhaus endlich verlassen zu dürfen. Mit 13 dürfen die Waisen nämlich mit einem Transportschiff zu Ihrer jeweiligen Abenteuerakademie fahren. Leider hat weder Sie noch Ihre Freundin Penelope bisher eine Zusage von einer Akademie erhalten. Dazu kommt dass die Leiterin des Waisenhauses Anne keine Fahrkarte für das Schiff bewilligt, weil angeblich die Fahrpläne geändert wurden … Als Anne dann die Feuerechse der Oberin – genannt „Hund“ – ausführen soll überschlagen sich jedoch die Ereignisse. Von einer Unbekannten wird ihr nicht nur ein magischer Handschuh ausgehändigt, sondern auch ein Platz an der Todesberg-Academy für Abenteurer angeboten! Doch die Oberin will dies um jeden Preis verhindern und so müssen Anne und Penelope flüchten.

An der Academy angekommen bleibt kaum Zeit ihr neues Leben zu realisieren und ihren Mitschüler Hiro kennen zu lernen,  denn sie werden sofort auf eine atemraubende und eigentlich unschaffbare Mission geschickt …

White hat eine ganz neue Welt erschaffen. Sehr detailreich und abgedreht. Manchmal hatte ich Schwierigkeiten in dieser fantastischen Welt alle Details aufzunehmen und musste mehrmals zurück blättern um alles zu erfassen. Die Sprache ist wieder durchaus kindgerecht – manchmal etwas zu modern. Jedoch machen solche Ausdrücke wie z.B. „Wildcard“ im Verlauf des Buches wieder Sinn, wenn man mehr und mehr realisiert, dass unsere moderne Welt wie wir sie heute kennen in Anne’s Welt die „alte Welt“ genannt wird.

Zwischen den einzelnen Kapiteln sind immer wieder Seiten des Handbuches für Abenteurer eingeschoben. Meiner Meinung nach völlig unnötig. Sie sind zwar witzig gemeint und erinnern mich ein wenig an das „The Hitchhikers Guide to the Galaxy“ von Douglas Adams – aber sie tragen nicht wirklich zur weiteren Information über die neue Welt bei und stören eher im Lesefluss.

Wenn man genau aufgepasst hat, wird das Ende im Titel vorweg genommen. Das finde ich nicht so toll. Denn ich hatte mich schon gefragt warum die Academy in der Anne aufgenommen wird „Todesberg Academy“ heißt und nicht „St. Lupin’s Academy“ … aber genug gespoilert.

Ich finde es besonders gelungen, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Natürlich gibt es noch offene Fragen und der Hinweis auf eine Fortsetzung – aber nicht so dass ich mich nun ratlos nach Beendigung des Buches wiederfinde und nur noch an die Fortsetzung denken kann. Das finde ich besonders bei einer jungen Zielgruppe sehr wichtig – denn Kinder zählen ja nicht zu den geduldigsten Geschöpfen auf dieser Erde!

Eine kleine Entdeckung kann ich mir doch nicht verkneifen: Anne wirft einen magischen Zweig Ihrem Widersacher zu und zwei Kapitel später holt sie ihn wieder aus der Tasche. Das ist nicht wirklich mit Magie zu erklären, sondern eher mit der Auswahl der Beta-Leser 😉

Alles in allem ein wirklich fantastisches Buch im wahrsten Sinne des Wortes! Ein Feuerwerk der Ereignisse und sehr witzig. Ich würde es uneingeschränkt empfehlen trotz der kleinen Kritikpunkte. Die Zielgruppe würde ich mehr im Kinderbuch Bereich ansiedeln als im Jugendbuch aufgrund der sehr kindgerechten Schreibweise – aber auch junggebliebene Erwachsene wie ich haben Ihren Spaß an dieser abgedrehten Welt.

Alle Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite.

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William Wenton und die Jagd nach dem Luridium von Bobbie Peers

William Wenton ist 12 und lebt unter dem Namen Willam Olsen mit seinen Eltern in Norwegen. Warum er unter falschem Namen seit 8 Jahren so weit von England weg leben muss weiß er nicht, auch nicht warum zeitgleich sein Großvater verschwand – er weiß nur, dass er Mathematik über alles liebt – und ihn deswegen sein Mathelehrer über alles hasst. Welcher Lehrer möchte auch ständig verbessert werden?

Seine Eltern halten ihn komischerweise von seiner Leidenschaft fern. Nicht mal das Sodoku in der Zeitung darf er lösen. Wie könnte er da hoffen in die Unmöglichkeitsaustellung zu kommen, die in seiner Stadt gastiert? Ein Code der unmöglich zu lösen ist … da kribbelt es William schon bei der Schlagzeile in den Fingern. Er macht das Unmögliche möglich und schmuggelt sich nicht nur in die Ausstellung, sondern knackt tatsächlich den angeblich unlösbaren Code. Damit löst er eine Kette von Ereignissen aus die ihn sich nicht nur entführt im Institut für Posthumane Forschung wieder finden lassen, sondern ihn mit übermächtigen Gegnern konfrontieren als er sich auf die Suche nach seinem Großvater macht um auch seine eigene wahre Identität heraus zu finden.

Ich habe das Buch unheimlich gern gelesen und freue mich schon auf die Meinung meiner Kinder dazu. Ein Buch für Jungs und Mädels ab 8 zugleich, einfach und zugleich spannend und rasant geschrieben. Absolute Leseempfehlung!

Eine erfrischend neue Welt die mal nichts mit Magie direkt zu tun hat, sondern zeigt, wie magisch die Wissenschaft an sich sein kann. Wie Mathematik und die anderen Naturwissenschaften unter anderem so tolle „Wesen“ wie sprechende Türen und fernsehsüchtige Staubsauger hervor bringen kann!

Die Geschichte ist in sich zwar abgeschlossen – gibt aber Hinweise auf eine höchst willkommene Fortsetzung ohne den Leser böse am Cliff hängen zu lassen 😉 

Im Herbst erscheint der zweite Teil beim Carlsen Verlag. Im Original ist er schon im Februar unter dem norwegischen Titel William Wenton – Kryptalportalen erschienen.

Beim Googeln habe ich auch entdeckt, dass Band 1 tatsächlich dieses Jahr verfilmt werden soll! Als Film kann ich mir den Stoff sehr gut vorstellen und werde mir das auf jeden Fall mit meinen Mädels zusammen anschauen!

Hier kommt ihr zur Carlsen Seite.

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Guides – die erste Stunde von Robinson Wells

Aly ist 17 und gar nicht scharf auf Ihre neue Schule – Das Minnetonka Internat für Begabte und Talentierte. Aly findet sich jedoch weder begabt noch talentiert – sie ist schon stolz darauf, sich ihre Sozialersicherungsnummer merken zu können. Aber ihr Dad arbeitet bei der Nasa und weil Aliens beschlossen haben, ausgerechnet in Minnesota notzulanden musste sie Hals über Kopf in einem Privatjet Miami verlassen damit ihr Dad das Raumschiff der Aliens erforschen kann.

Während Aly versucht, sich mit Ihrer dunklen Haut als halb Navajo, ihrer nicht konformen Kleidung und ihrer blauen Haarsträhne in der neuen Eliteschule zurecht zu finden beobachtet die Welt die zunächst nicht vorhandenen Geschehnisse rund um das Raumschiff. Aly schließt schnell Freundschaft mit Ihren Zimmergenossinen Rachel und Brynnes. Auch Kurt scheint es ihr angetan zu haben …

Nach einigen Tagen schneiden sich die Aliens einen Weg aus Ihrem Schiff heraus. Alle sind geschockt daß die Außerirdischen eigentlich wie Menschen aussehen, die nur lange die Sonne nicht mehr gesehen haben. Zwei der Aliens kommen als Abordnung ans Minnetonka Internat und Aly und Ihre Freunde finden heraus was es mit ihrer Herkunft auf sich hat.

Bald überschlagen sich die Ereignisse und die Actionszenen hätten so auch in jeden Avengers Film gepasst. Fantastisch! Sience Fiction par excellence!

Mehr möchte ich nicht vorweg nehmen.

Die Dialoge sind sehr temporeich und flapsig. Am Anfang etwas zu flapsig für meinen Geschmack als es um den Tod von Alys Mutter geht als sie 8 war. Aber ansonsten ist es sehr erfrischend in einer Story in der es um Tod und den Fortbestand der Menschheit geht … ein wenig wie Gilmore Girls schauen 😉

Das Buch hatte mich von ersten Moment an vollkommen eingenommen. Endlich mal wieder ein toller Science Fiction Roman! Manchmal stilistisch nicht ganz ausgereift – aber hey, Deadpool schaut man auch nicht wegen der tollen Landschaftsbilder 😉

Guides ist in sich stimmig und die Geschichte abgeschlossen. Ich werde sicher noch weitere Bücher von Robinson Wells lesen.

Popcornkino vom Feinsten zum Lesen!

Guides – die erste Stunde erscheint heute im Hapercollins Verlag und ist wärmstens zu empfehlen für alle die Science Fiction lieben! Ich hatte das Vergnügen es vom Verlag zum vorab lesen über Netgalley zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Das Buch bekommt ihr hier!

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Götterfunke von Marah Woolf

Ich wusste es! Ich würde mich ärgern! Mist.

…aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen….

Ich habe schon alle Bücher von Marah Woolf gelesen und geliebt. Ich bin in der MondLichtSaga mit Emma und den Shellycoats getaucht, habe in der Bookless Reihe mit Lucy gestaunt, gelitten und gekämpft und natürlich warte ich wie ALLE in der FederLeichtSaga auf ein Happy End mit Eliza und Cassian!

Marah Woolf schreibt fesselnd und witzig – und genau so durfte ich sie dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse erleben. Ich war auf der Häppchenlesung und kringelte mich vor Lachen über Ihren Versuch „Kickboxtraining“ flüssig zu lesen. Seit dem liebe ich diese Autorin umso mehr! Man denkt sich ja immer nur „ Wer so schreibt muss auch nett sein …“ hier hat es sich absolut bewahrheitet: Marah Woolf ist ein coole Socke!

Als ich nun auf Facebook las, dass der erste Band Ihrer neusten Trilogie als Hardcover beim Dressler Verlag erscheint war ich gleich Feuer und Flamme … und zugleich dachte ich mir auch, ich warte lieber ab bis die nächsten Bände erscheinen und lese es dann in einem Rutsch durch, sonst ärger ich mich wieder weil ich wissen will wie es weiter geht.

Wie lange dieser Vorsatz hielt könnt Ihr Euch ja denken wenn ich jetzt die Rezension zu Band 1 „Götterfunke – liebe mich nicht“ veröffentliche …

Ich gebe zu: das Cover allein hätte mich nicht zum Kauf bewegt. Es ist mir zu sehr „Mädchen“ und im Nachhinein passt es meiner Meinung nicht zur toughen Protagonistin Jess. Aber sicher steckt da viel Marketingarbeit des Verlages dahinter und der Ausverkauf des Buches auf der Messe in Leipzig gibt dem Recht.

Als ich den Klappentext las dachte ich erst „Oh, was ähnliches wie Percy Jackson!“. Weit gefehlt. Hier ist der Klappentext übrigens inkorrekt: Cayden ist kein Göttersohn! Cayden ist eigentlich Prometheus und der ist ein Titan wie seine Eltern auch. Ein Detail das im Buch noch wichtig wird, daher schade, dass dem Verlag dieser Fehler unterlaufen ist. Das ist nämlich schon der wesentliche Unterschied zu Percy Jackson: In dieser Geschichte geht es nicht um Halbgötter – sondern Zeus & Co. geben sich höchstpersönlich die Ehre!

Alle hundert Jahre darf Prometheus versuchen seine lang ersehnte Sterblichkeit zu erlangen. Er muss um ein auserwähltes Mädchen werben. Widersteht diese ihm 60 Tage lang, so wird Prometheus sterblich. Erliegt sie seinen Eroberungsversuchen, so bleibt er unsterblich. Zeus bestimmt WO der Wettstreit statt findet und Athene bestimmt WER die Auserwählte sein soll. Prometheus hat 3 Versuche pro Jahrhundert (was uns weitere 2 Bände in dieser Reihe sichert). Nun könnte man ja meinen, der Titan könnte sich ja einfach weniger anstrengen oder einfach unausstehlich zu der Auserwählten sein um sein Ziel zu erreichen … aber um sicher zu stellen dass Prometheus sich ehrlich bemüht wird er von Hermes beobachtet, der Zeus Bericht über alle Ereignisse erstattet – oder zumindest soll – denn der lustige Götterbote hat in seinen kleinen eingeschobenen Kapiteln auch mal seine ganz eigene Meinung davon was der Göttervater so alles wissen soll.

Protagonistin in dieser Geschichte ist Jess Harper. Ein rothariges Mädchen, das am liebsten schwarz trägt und sich lieber auf Ihre Zukunft als auf Jungs konzentriert. Ihre beste Freundin Robyn ist das komplette Gegenteil von Jess. Blond, aufreizend und gewohnt zu bekommen was sie will. Eine Freundschaft die trotz der Unterschiede perfekt funktioniert …bis in dem Camp in dem Jess mit Ihren Freunden den Sommer verbringen will Cayden auftaucht. Cayden ist buchstäblich göttlich schön und verdreht allen Mädchen im Camp den Kopf. Da hat es seine Cousine Athene schwer die richtige Auserwählte für den Wettstreit zu bestimmen. Ob es Jess wird? Seid gespannt …

Der Wettstreit allein wäre schon Stoff genug für eine spannende Geschichte, Marah Woolf hat aber noch mehr für uns in petto. Denn genau jetzt erscheinen frühere Widersacher von Zeus auf der Bildfläche und eine alte Prophezeiung scheint sich erfüllen zu wollen. Es geht um die Zukunft der Menschheit – und um das Glück von Jess Harper.

Ich habe dieses Buch regelrecht inhaliert. Trotz Kinder und Haushalt war ich innerhalb von 2 Tagen durch. Marah Woolf ist es gelungen die alten griechischen Götter perfekt in unsere Zeit zu integrieren und Ihre überlieferten Eigenschaften menschlich und sympathisch umzusetzen. Jess ist ein Mädchen nach meinem Geschmack, sehr schlau und mutig – wenn es jedoch um Ihre eigenen Liebesangelegenheiten geht jedoch blind wie ein Maulwurf. Aber sind wir das nicht Alle? Und Cayden ist perfekt gezeichnet – einerseits der charmante Titan, andererseits innerlich zerrissen von seinen Fehlern in der Vergangenheit und seinem Wunsch sterblich zu sein. Meine liebste Nebenrolle war definitv Apoll! Ich freue mich schon auf mehr von Ihm!

So. Und jetzt ärgere ich mich. Ich hab es ja gewusst. Jetzt muss ich bis September warten bis ich weiß wie es mit Jess und Cayden in die zweite Runde geht!!! Am 25.September erscheint Band 2 „Götterfunke – hasse mich nicht“ – ein Tag vor meinem Geburtstag. Welch schönes Geschenk!

Absolute Leseempfehlung, für alle die auch Vorfreude genießen können 😉 ..Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 12. Meiner Tochter (12) werde ich es definitv zu lesen geben!

Mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahrt ihr hier: http://marahwoolf.de/

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Eine weitere Rezension über das Hörbuch findet ihr bei Zeilenfuchs!